Achtung! Ein Virus breitet sich auf Facebook aus. Nehmt auf keinen Fall die Freundschaftsanfrage von XX an!

Achtung! Hiermit widerspreche ich den neuen Facebook-Nutzungsrichtlinien …

 

                                                     

 

Solche Meldungen kennt Ihr vielleicht auch zur Genüge. Im Internet und insbesondere in sozialen Medien kursieren immer wieder diese sogenannten Hoaxes. Wer diese erfundenen und absichtlich in Umlauf gebrachten Falschmeldungen für grundsätzlich harmlos hält, liegt falsch. Einige von ihnen können richtig gefährlich werden und sogar jemanden schaden. Zum Beispiel, wenn behauptet wird, dass etwas Krebs verursacht oder Menschen bedroht, obwohl es in Wirklichkeit genau das Gegenteil tut.

Erfundene Geschichten sind nichts Neues, es gab sie schon lange vor dem Internet. In Zeiten von Internet und E-Mail hat sich das geändert. Nun begannen Hoaxes und Fake News, sich landesweit und sogar weltweit zu verbreiten. Und durch soziale Medien können irreführende Informationen jetzt noch schneller viral gehen. Mit ernsten Folgen, wie zum Beispiel die „Momo“-Challenge oder die so genannte „Blue Whale“-Challenge gezeigt haben, die Eltern rund um den Globus besorgten. Bei Momo wurden die Nutzer per WhatsApp angeschrieben, sie sollen einen Benutzer namens „Momo“ kontaktieren. Daraufhin erhielten sie gruselige Nachrichten und Aufgaben von Momo, wovon sich manche als lebensgefährlich erwiesen. Der Hoax verbreitete sich auch bei Jugendlichen über beliebte Computerspiele und Videoplattformen. Noch schlimmer war die „Blue Whale“-Challenge, die für einige Teenager tödlich endete. Das Phänomen begann mit einem Hoax in Russland und verbreitete sich danach in mehreren europäischen Ländern, in Indien und in den Vereinigten Staaten. 

Warum gibt es Hoaxes und Fake News?

Bei einigen dieser erfundenen Geschichten handelt es sich einfach um Scherze, die durch das Internet weitere Kreise ziehen, als sie es sonst könnten. Bei anderen Stories, die wir häufig auf Sozialen Medien finden, dreht sich alles ums Geld. Wer eine Fake-News-Webseite teilt, hilft dem Webseitenbetreiber dabei, mit seiner Masche Profit zu machen. Er kassiert beachtliche Beträge mit Online-Werbung oder dem Verkauf von angeblichen Power-Produkten. Mit Liken, Teilen oder Retweeten solcher Inhalte machen Eure Kids solche Seiten stark und noch gefährlicher.

So erkennen Eure Kids Hoaxes & Fake News

 

                                                  

 

1. Quellen-Check: Eure Kids sollten sich immer die drei W-Fragen stellen. Wer hat die Geschichte geschrieben? Wo wurde sie veröffentlicht? Und vor allem: Wie ist sie verfasst? Urheber von Hoaxes und Fake News verwenden oft bestimmte, auf Effekthascherei ausgerichtete Wörter, um Gefühle wie Schock, Terror oder Trauer hervorzurufen. Damit versuchen sie, den Empfänger emotional zu erreichen, was eher zu unüberlegten Handlungen führt. 

Tipp: Geprüfte und altersgerechte Nachrichten findest Du hier: seitenstark, logo!, Kinderradiokanal und kindernetz oder auf Kindersuchmaschinen wie  blinde-kuh, fragFINN und helles-koepfchen.

2. Fakten-Check: Schärft Eurem Nachwuchs ein, immer nach Beweisen zu fragen. Selbst seriöse Medien veröffentlichen manchmal falsche Informationen. Zahlen, Studien und zusätzliche Informationen können Auskunft darüber geben, ob eine Behauptung tatsächlich wahr ist.

Tipp: Hier Meldungen genauer unter die Lupe genommen: mimikama, Faktenfinder von tagesschau und der Faktencheck vom SWR. Hier gibt’s auch viele Informationen zum Thema Fake-News.

3. Bilder-Check: In den meisten Fällen enthalten die meisten geteilten Hoaxes und Fake News einen visuellen „Beweis“, wie ein Bild oder Video. Zeigt Euren Kindern, wie sie in ein Bild hineinzoomen und nach Hinweisen wie Straßen- oder Ladenschildern, Autokennzeichen oder Straßenreklamen suchen können.

Tipp: Wenn zum Beispiel eine virale Geschichte behauptet, aus Israel zu stammen, die Straßenschilder aber auf Spanisch sind, dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Fälschung. Hier ein Beispiel.

4. Umgekehrte Bildersuche: Es gibt mehrere Suchmaschinen und spezielle Websites, bei denen Eure Kids einfach einen Link zu einem Bild hochladen oder einfügen können. Das Suchergebnis zeigt ihnen dann, wo das Bild verwendet wurde. Manchmal führt das Ergebnis dann sogar direkt zu einer Website, die Informationen über Hoaxes und Fake News sammelt.

Tipp: Gebt das Foto oder den Videolink in die Bilder-Rückwärtssuche ein, z.B. über TinEye oder GoogleImages

  • Geht auf die Seite Google Bildersuche.
  • Öffnet auf Eurem Rechner den Order mit dem Bild, wonach Ihr suchen wollt.
  • Zieht Sie das Bild aus dem Order in Google. Es wird automatisch hochgeladen.
  • Google zeigt Euch anschließend eine Seite mit möglichen Treffern und kann Euch womöglich sagen, um welches Bild es sich handelt.

5. Skepsis-Antennen schärfen: Bevor Ihr Euren Kids erlaubt, das Internet und soziale Medien zu nutzen, solltet Ihr ihnen beibringen, die Dinge zu hinterfragen. Erklärt Euren Kids, dass nicht alles automatisch wahr sein muss, was ein Erwachsener oder ein Freund im Internet teilt. Es gibt viele Menschen in den sozialen Medien, die sich auf das Teilen von Hoaxes und Fake News spezialisiert haben. Oft handelt es sich dabei auch um Bots, die automatisch von Algorithmen gesteuert werden. 

Tipp: Zeigt Eurem Nachwuchs, wie sie solche Accounts erkennen können. Hinweise für einen Fake Account sind zum Beispiel, eine ähnlich reißerische und emotional aufgeladene Sprache verwendet wird, wie auf Fake-News-Websites viele der gleichen Beiträge zu gleichen Zeiten im Laufe des Tages teilen. Am besten ist es natürlich, zeigt Ihr das Euren Kindern anhand eines Beispiels, z.B. die Timelines einiger verdächtiger Social-Media-Konten. So wird es für sie noch greifbarer.

4. Mit gutem Beispiel vorangehen: Wenn Ihr nicht wollt, dass Eure Kids Hoaxes auf dem Leim gehen, teilt sie nicht selbst - weder zu Hause noch im Internet. Wenn Ihr versehentlich eine erfundene Geschichte verbreitet habt, erklärt Euren Kids, warum Ihr darauf hereingefallen seid. So helft Ihr Eurem Nachwuchs, aus guten wie aus schlechten Beispielen von Erwachsenen zu lernen.

Tipp: Teilen oder liken die Freunde Deiner Kids Hoaxes und Fake-News, solltet Ihr sie darauf hinweisen und die Seite in dem Social Media Account Eures Schützlings ausblenden, den Freund darauf ansprechen und das Fake-Profil melden.