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Sexting: Wie gehe ich als Eltern damit um?

| 03 Apr 2025
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Sexting ist also nicht nur ein Trendwort, es beschreibt einen Bestandteil der digitalen Welt. Es setzt sich aus den Wörtern „Sex“ und „Texting“ zusammen und bedeutet das Schreiben von sexuellen Nachrichten sowie das Versenden von freizügigen Fotos oder Videos. Eltern fragen sich, ob es gefährlich ist und wasd man tun kann, um den Nachwuchs vor bösen Überraschungen zu schützen. Wir verraten es Euch.

Diese Art der Kommunikation ist für viele Teenies ein Weg, die eigene Sexualität zu entdecken. Darüber wird ausgetestet, wie interessant oder begehrt man ist. „Sie können auch durch den Drang motiviert werden, ihre Gleichaltrigen und andere um sie herum zu beeindrucken. Sie müssen sich akzeptiert fühlen und als cool gelten“, erklärt Kinderpsychologin Jarmila Tomková. Denn Sexting scheint geheimnisvoll und wie ein harmloser Zeitvertreib.

Risiken von Sexting

Es birgt allerdings ernste Risiken, denn die Fotos oder Videos können herumgezeigt oder sogar an andere geschickt werden oder schlimmstenfalls ins Internet gestellt werden. Cybermobbing oder Erpressungen können die Folge sein. Sexting ist mittlerweile sowas wie normal unter Jugendlichen. Per Smartphone und den gängigen Kommunikationsmedien wie WhatsApp, SMS, Social Media & Co. ist das auch kein Hexenwerk, Bilder und Videos zu versenden. Problematisch an den Medien ist, dass geteilte Inhalte nie vollständig verschwinden. Selbst bei Snapchat, auf dem Inhalte wieder nach einiger Zeit verschwinden können, ist es möglich, Screenshots zu machen und das Bild oder Video so im Umlauf zu halten. Laut einer Umfrage aus 2022 hat jeder siebte Minderjährige und jeder dritte Erwachsene schon einmal intime Fotos oder Videos geteilt. 20 % der befragten Teenager in einer Umfrage berichteten vom Missbrauch ihrer Inhalte, bspw. nach einer Trennung.

                                       

Der Umgang miteinander ist heute anders

Wie Jugendliche heutzutage miteinander umgehen, hat sich durch die sozialen Medien und die technischen Möglichkeiten enorm verändert. Auch wenn man als Eltern man oftmals den Kopf schüttelt – Jugendliche haben ein Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität. Seid Ihr dadurch verunsichert oder besorgt, ist es wichtig, Euch damit auseinanderzusetzen und es zu respektieren statt zu verbieten. Ihr solltet die Chance nutzen, mit Eurem Schützling über Sexting zu reden. Natürlich ist es für viele Teenies „cringe“, aber das muss es definitiv nicht sein. Mit offener Kommunikation, klaren Grenzen und viel Geduld könnt Ihr Eurem Teenie helfen, gute Entscheidungen zu treffen. „Gebt ihnen psychologische Unterstützung und Akzeptanz, damit sie Vertrauen und ein gutes Gefühl für sich selbst zurückgewinnen können“, rät Jarmila Tomková  und gibt weitere Tipps.

Tipps für sicheres Sexting

  • Ihr seid die Erwachsenen und solltet Euren Kids klar machen, dass das Internet kein sicherer Ort ist. Nicht jeder ist nett und man weiß nie, was mit geschickten Bildern und Videos passiert. Absolutes No-Go ist, freizügige Fotos & Co. an Fremde im Internet zu versenden.
  • Sprich über die Risiken. Was einmal aus der Hand geht, darüber verliert man die Kontrolle. Bilder und Videos können überall auftauchen, denn keiner weiß, was der Empfänger damit macht. Und was einmal im Netz ist, kann man nicht mehr löschen!
  • Wenn Ihr nicht so richtig wisst, wie Ihr das Gespräch starten sollt, erzählt Eurem Kind doch z. B. dass Ihr gehört habt, dass es viele Jugendliche gibt, die heutzutage Nacktbilder verschicken und ob das auch in seinem/ihrem Freundeskreis normal ist. Macht Eurem Nachwuchs keine Angst à la „ Das Internet ist böse“, sondern zeigt ihm die Risiken neutral und unaufgeregt auf.
  • Sollte Dein Teenie doch mal dem (Gruppen-)Druck nicht widerstehen können, sollte er darauf achten, keine Fotos oder Videos zu versenden, auf denen er komplett zu sehen ist oder eindeutige Körpermerkmale zu erkennen sind, z.B. Leberflecke, Muttermale etc. Auch der Hintergrund oder persönliche Gegenstände sollten nicht sichtbar sein.
  • Erklärt ihnen, dass Sexting aus eigenem Antrieb und nicht aus einer Drucksituation heraus passieren sollte. Nur wenn man sicher- und wohlfühlt, ist das Verschicken solcher Nachrichten ok (aber nur in Verbindung mit den Tipps).
  • Die Aktfotos oder freizügigen Videos sollten nicht ewig auf dem eigenen Smartphone liegen, sondern besser (wenn man sie behalten möchte) auf externen Speichermedien abgelegt werden.
  • Wer explizite Inhalte ohne Einverständnis des Abgelichteten verbreitet, macht sich strafbar! Das gilt genauso für Nötigung, solche Bilder von sich zu machen. In beiden Fällen solltet Ihr den Täter kontaktieren oder direkt die Polizei einschalten.

 

Lest auch einen weiteren Artikel über Sexting von uns.

 

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