Auf Instagram teilen die Nutzer Fotos und kurze Videos mit ihren Freunden oder mit der ganzen Welt. Mitmachen darf – so die Nutzungsbedingungen – wer mindestens 13 Jahre alt ist. Inhalte, die in einer „Story“ gepostet werden, verschwinden nach 24 Stunden wieder, reguläre Posts bleiben dauerhaft online, wenn ein Nutzer sie nicht selbst wieder entfernt. Als Erfolg definieren die meisten Instagrammer, für ihre Inhalte möglichst viele „Gefällt mir“ einzuheimsen und möglichst viele Abonnenten zu gewinnen. Ein paar tausend Abonnenten sind keine Seltenheit. Insbesondere für Heranwachsende ist Instagram deshalb nicht nur eine Möglichkeit, sich in Szene zu setzen und seine Kreativität auszuleben, sondern auch ein Mittel zur Selbstfindung und -bestätigung.

 

                                                   

 

Das sind die Risiken von Instagram

 

·       Ungeeignete Inhalte: Fotos und Videos mit sexuellen oder gewaltverherrlichenden Inhalten sind auf Instagram eigentlich nicht zugelassen. Die von den Plattformbetreibern eingesetzten Filter lassen aber immer mal wieder auch solche für Kinder ungeeigneten Inhalte durch.

 

·       Problematische Kommentare: „Du solltest mal weniger essen!“, „Das sind keine Grübchen, das sind Gruben“, und ähnlich unfreundliche Bemerkungen können sich verheerend auf das Selbstbild junger Menschen auswirken. Und werden von der Funktion „Beleidigende Kommentare nicht anzeigen“ nur selten erkannt.

 

·       Gefährliche Kontakte: Instagram-Nutzer können anderen Instagram-Nutzern persönliche Nachrichten schicken. Bösartige Zeitgenossen nutzen das, um unbemerkt von den Eltern Kontakte zu Kindern und Jugendlichen zu knüpfen.

 

·       Urheberrechtsverletzungen: Vor allem junge Nutzer denken sich nichts dabei, auch Fotos auf Instagram zu posten, die sie nicht selbst aufgenommen, sondern irgendwo im Netz gefunden haben: Hauptsache lustig, gruselig oder sonstwie spektakulär. Urheber könnten deshalb empfindliche Schadenersatzforderungen anmelden.

 

·       Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild: Das fehlgeschlagene Chemie-Experiment samt verdutzt dreinblickendem Lehrer mag ein spektakuläres Video für die Instagram-Story abgeben: Ohne Einverständnis der im Video erkennbaren Personen dürfte die Story dem Nachwuchs aber vor allem Ärger einbringen.

 

Was du einstellen kannst

 

Zumindest einige der Risiken kannst du deutlich reduzieren, wenn du, am besten gemeinsam mit deinem Nachwuchs, ein paar Einstellungen an dessen Instagram-Profil vornimmst.

 

                                                                      

 

1. Du findest diese Einstellungen, wenn du nach dem Start von Instagram erst auf das Profilbild rechts unten tippst, dann auf das Hamburger-Menü rechts oben (drei waagerechte Striche übereinander), dann erneut rechts unten auf „Einstellungen“. Die wichtigsten Optionen sind hier im Untermenü „Privatsphäre“ zusammengefasst.

 

2. Am wichtigsten sind hier die Menüpunkte „Kommentare“, „Markierungen“ und „Erwähnungen“. Beschränke unter allen drei Menüpunkten die Interaktionsmöglichkeiten auf „Personen, denen du folgst“. So kann immer noch jeder Nutzer deinem Nachwuchs die begehrten Likes spendieren. Aber mehr Interaktion ist nur noch denen möglich, denen dein Nachwuchs auch selbst auf Instagram folgt.

 

 

3. Unter dem Menüpunkt „Nachrichten“ kannst du auch die Möglichkeit, Direktnachrichten zu senden und dein Kind in eine Gruppe aufzunehmen auf diejenigen beschränken, denen dein Nachwuchs folgt.

 

4. Theoretisch kannst du unter „Privatsphäre/Privates Konto“ auch komplett verhindern, dass jemand außer den direkten Kontakten deines Kindes überhaupt dessen Inhalte zu sehen bekommt. Das wird bei den meisten Jugendlichen aber auf wenig Gegenliebe stoßen, denn bei zwanzig echten Freunden bleibt so die Zahl der maximal möglichen Likes auf zwanzig beschränkt.

 

Worüber Ihr reden solltet

 

·       Mit technischen Mitteln kannst du nicht jedes Problem aus der Welt schaffen: Auch ein „befreundeter“ Schulkollege kann einen verletzenden Kommentar schreiben, und vor allem heranwachsende Mädchen können angesichts tausender per Photoshop optimierter Schönheiten ein negatives Bild vom eigenen Körper entwickeln – wenn Ihr nicht darüber redet. Ein schöner Gesprächsaufhänger könnte da zum Beispiel das Model Kim Britt sein, die unter @embracing_reality regelmäßig die Realität dem Instagram-Kosmos gegenüberstellt.

 

·       Reden müsst ihr natürlich auch über Fotos, die dein Nachwuchs besser nicht veröffentlichen sollte: Bilder, die andere aufgenommen haben, Bilder, auf denen Menschen zu sehen sind, die vielleicht gar nicht mit der Veröffentlichung einverstanden sind, Bilder, die Rückschlüsse auf euren exakten Wohnort zulassen.

 

·       Und natürlich über die oben genannten ungeeigneten Inhalte, die dein Nachwuchs auf Instagram entdeckt könnte. Er oder sie wird, mit oder ohne Instagram, früher oder später ohnehin solche Bilder zu sehen bekommen. Also redet darüber.