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Security-Tipps plus Spielanleitung: So gehen starke Passwörter

Ildiko Bruhns | 29 Jan 2021
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Wer soll sich denn all diese Passwörter merken? Selbst wir Experten-Eltern von ESET können absolut verstehen, wie nervig das ständige Erstellen starker Kennwörter ist. Einzigartig müssen sie sein, vielschichtig, wiederverwenden darf man sie auch nicht und ändern sollte man sie alle paar Monate. Laut Statistik werden zu viele Konten mit schwachen und oftmals dem gleichen Passwort „gesichert“.

Nicht nur Erwachsene, auch Kids melden sich mit ihren persönlichen Daten auf  verschiedenen Webseiten wie Spiele-Communities an. Es gibt unzählige Apps, denen wir einen Einblick in unsere persönlichsten Bilder und den Standort des Smartphones oder Computers erlauben. Was passiert, wenn ein Fremder unbefugt an die Zugangsdaten gelangt? 

Checken Sie bei Diensten wie have I been pwned oder HPI Identity Leak Checker, ob Sie bereits Opfer eines Datenklaus geworden sind.

Starke Kennwörter für Eltern & Kinder

Unterschätzt, aber enorm wichtig: Ein gutes Passwort schirmt uns vor Langfingern & Co. im Netz ab. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie für sich und ihre Kids sichere Zugangscodes erstellen. Ein starkes Passwort ist:

1.       Einzigartig. Jedes Konto sollte sein eigenes starkes Passwort haben.

2.       Lang. Viele Webseiten schreiben uns die empfohlene Passwortlänge von 8 Zeichen vor. Aber in diesem Fall gilt wie beim Urlaub: Je länger, desto besser. Und je mehr man für die Ferien einpackt, umso besser ist man vor bösen Überraschungen gewappnet, das gilt auch für das Kennwort: Also bringen Sie mehr Zeichen, Symbole und Zahlen unter. Online-Kriminelle knacken vier zufällige Zeichen oder Zahlen innerhalb weniger Sekunden. 

3.      Ersetzbar. Mit einer Passphrase zum Beispiel. „Einkaufenisttoll“. Noch ein paar Buchstaben gegen Sonderzeichen und Zahlen getauscht, lässt sich „31nkauf3nIstT0ll“ weitaus schwerer erraten als ein Standardpasswort.

4.     Nicht assoziierbar. Vermeiden Sie Allerweltspasswörter wie „Geheimnis“, „admin“ & Co. Auch Namen Ihres Kindes, der Geschwister, Haustiere etc. können schnell über soziale Medien gefunden werden und ist das Erste, was Kriminelle mit Sicherheit ausprobieren.

6.       Abwechslungsreich. Vermeiden Sie sich wiederholende und aufeinanderfolgende Zeichen wie "1111", "1234" oder "abab".

7.       Geheim. An sich stimmt das, allerdings können kleinere Kinder Passwörter vergessen und brauchen noch eine Anleitung.        Sinnvoll sind hier Eltern-Kind-Konten oder Apps zur elterlichen Kontrolle.

Unser Tipp: Das Passwort-Spiel

Laden Sie Ihre Kids zu einem Familienwettbewerb ein, um ihre Passwörter zu bewerten. Ziel ist es, neue starke Kennwörter zu erstellen, falls die jetzigen zu schwach sind. Jeder schreibt seine eigenen Passwörter auf eine Karte und klebt sie an eine gemeinsame Tafel. Die Gruppe geht dann die Passwörter der anderen durch und bewertet sie mit einer Punktzahl von eins bis fünf. Je höher die Punktzahl, desto höher ist die erwartete Stärke des Kennworts. (Zur objektiveren Bewertung können Sie auch einen sogenannten Passwortstärke-Schätzer eines legitimen Drittanbieters verwenden. Aber beachten Sie: Auch hier handelt es sich nur um eine Schätzung.)

Addieren Sie die Punktzahlen aus der ersten Runde. In der zweiten Runde stellt jeder vor, wie er ein Passwort erstellt und warum er es auf diese Weise macht. Je nach Qualität der „Erstellungstechnik“ werden auf einer zusätzlichen Karte weitere Punkte von eins bis fünf vergeben.

Zählen Sie die Punkte zusammen. Lassen Sie anschließend die Passwörter durch einen Passwort-Manager laufen, um die Ergebnisse der Versuche aufzudecken. Die Gewinner erhalten eine Belohnung. Sprechen Sie darüber, was jeder gelernt hat und lassen Sie sich die Strategie ihrer Kids im Detail erklären. Sie können dazu ihre Smartphones verwenden und sich Infos oder Ratschläge aus dem Internet holen. Fragen Sie gezielt, wo sie genau die Tipps gefunden haben und Sie haben die Möglichkeit, ihnen vertrauenswürdige Seiten zu zeigen, auf denen sie auch Rat finden können. 

Sie können auch in Teams von "Eltern-Kind-Paaren" spielen und so die „Generationskluft“ überbrücken, indem Sie gleichzeitig digitale Geräte wie Smartphones & Co. nutzen. Reden Sie über Passwörter, stellen Sie ihren Kids genügend Fragen, damit sie ihre eigenen kritisch hinterfragen und eigene Ideen vorstellen können. 

Haben Sie mehrere heranwachsende Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren in der Familie haben (Geschwister, Cousins oder Freunde der Familie), spielen Sie die Variante "Kinder unterrichten Eltern". Teenager lieben es, als reif und versiert verstanden zu werden und ihr Fachwissen zu teilen.  

Spielen Sie Eltern und Kinder in bestimmten Generationsteams. Die beste Variante ist, wenn es in einem Kinderteam eine beträchtliche Altersspanne gibt, die ein natürliches Peer-to-Peer-Lernen ermöglicht, während man gegen die Eltern spielt.

Passwort-Manager und Zwei-Faktor-Authentifizierung

Eltern und Kids ab einem bestimmten Alter können auch einen Passwort-Manager verwenden. Er kann starke Passwörter erstellen und eine große Anzahl komplexer Codes speichern. Mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung wird der Anmeldeprozess durch ein Einmalpasswort, das beispielsweise aufs Handy geschickt wird, doppelt abgesichert. Auf ein Konto zugreifen kann also nur derjenige, der alle Informationen fürs Login besitzt.

 

Über den Autor

Ildiko Bruhns /
Sicherheitsexpertin Safer Kids Online

Ildikó ist seit 2011 für ESET tätig und erlebt hautnah, wie sich das Internet jeden Tag gefühlt neu erfindet...

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