Vor allem die sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Tiktok sind extrem datenhungrig. Unsere Kids sind oftmals schon sehr früh darauf aktiv. Wie wir lassen auch sie eine Flut an Fußabdrücken zurück, sei es in Form von Bildern, Standortangaben oder einem Like. Sie geben so preis, wo sie gerade sind, was sie mögen oder nicht mögen, wo sie Urlaub gemacht haben oder verraten anhand ihrer Bilder schlimmstenfalls ihren Wohnort. Aufgrund der Gruppendynamik sind sie in Kommentaren womöglich noch emotionaler und erzählen mehr als ihnen lieb ist. Unkontrollierbar und problematisch wird es, wenn der Nachwuchs seine Stories, Kommentare, Bilder und Posts nicht nur mit Freunden, sondern der ganzen Welt teilt. Erinnert Euch an den Fall Kim Kardashian: Anhand ihrer Instagram-Posts wurde sie zum Raubopfer.

 

Checkt, welche Daten die Sozialen Netzwerke  von Euch haben. Mit ein paar Klicks kannst Du all deine gesammelten Profilinformationen, gepostete Bilder, Hashtags etc. herunterladen:

Instagram: Einstellungen à Privatsphäre/Sicherheit à Daten-Download à Download anfordern

Facebook: Einstellungen à Deine Facebook-Informationen à Deine Informationen herunterladen

 

Risiken im Überblick und Tipps für kindersicheres Netzwerken

Je mehr die Kids und auch wir von uns verraten, umso angreifbarer werden sie und wir. Und egal, auf welchem Sozialen Medium sie aktiv sind, die Risiken bleiben im Grunde überall die gleichen. Wir haben eine Checkliste der größten Gefahren gemacht und geben Euch wertvolle Tipps an die Hand:

·        Wenig Privatsphäre: Niemand würde einem Wildfremden auf der Straße erzählen, wie er heißt und was er so treibt. Doch auf Sozialen Netzwerken verraten Kids ziemlich viel und schnell. Bedenkt bitte, dass sie alle Informationen theoretisch mit der ganzen Community teilen, wenn das Profil auf „öffentlich“ steht. Und auch sogar mit anderen Nicht-Nutzern, wenn sie mit anderen Sozialen Medien verknüpft sind (zum Beispiel Instagram und Facebook etc.)

TIPP: Je weniger, desto besser, lautet die Devise! Eure Kids sollten vorher genau überlegen, was sie im Internet über sich preisgeben. Schon bei der Anmeldung sollten sie Daten „sparen“ und sich wenn möglich mit einem Nickname registrieren. Persönliche Daten sollten sie maximal nur mit Freunden teilen, Telefonnummer oder Geburtsdatum mit niemandem.

                                      

Auf allen sozialen Netzwerken sollten Kids die Einstellungen für mehr Privatsphäre nutzen. Wichtig ist, dass ihre Profile zumindest auf „privat“ oder „nur Freunde“ stellen. Öffentliche Profile und die darauf befindlichen Bilder und Videos können leicht von Betrügern missbraucht und so Fake-Profile erstellt werden. 

 

·        Cybermobbing: Alles, was Eure Kids verraten, kann als Bumerang wieder zurückkommen. Für manche Nutzer sind sie eine Steilvorlage für Beleidigungen, Belästigung oder Body Shaming (die Diskriminierung bzw. Herabwürdigung von Personen aufgrund ihres Körpers). Vor allem die Gruppendynamik auf sozialen Medien solltet Ihr nicht unterschätzen.

TIPP: Bringt Euren Kindern bei, niemals kompromittierende Bilder oder Videos zu posten. Das Netz vergisst nie. Einmal hochgestellte Inhalte, lassen sich schwer oder im Normalfall gar nicht mehr löschen.

 

·         (Cyber-)Stalking: Wer macht nicht gern Bilder von Orten, wo er sich gerade aufhält? Mit coolen Selfies & Co. lassen sich oftmals noch mehr Follower und Likes einheimsen. Doch Eure Kids sollten immer den Hintergrund im Auge behalten. Sehr leicht geben sie dadurch Wohnort oder Familienvermögen preis.

TIPP: Schaltet die GPS-Funktion auf dem Smartphone oder Tablet aus. Damit verhindert Ihr, dass andere Personen den momentanen Aufenthaltsort Eurer Kids sehen können. Das Gleiche gilt für die Funktion „Markieren“. Wenn sie deaktiviert ist, muss Euer Nachwuchs erst die Bilder persönlich freigeben, auf dem er markiert wurde. So behält der Schützling im Blick, wann er wo auf Insta, Facebook & Co. auftaucht.

 

                                        

·        Datenschutzlücken: Bevor Eure Kids auf sozialen Netzwerken mitmachen können, brauchen sie ein Benutzerkonto. Dafür werden Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder die Verknüpfung zu einem anderen Profil abgefragt. Zu Facebook gehört beispielsweise auch Instagram. Es ist allgemein bekannt, dass alle dort gesammelten Daten an andere Firmen weiterverkauft werden. Auch die Videoplattform TikTok hat’s in sich: Es liest automatisch die Kontakte bzw. Telefonbuch aus und speichert diese Daten.

TIPP: Prüft vorher genau die Nutzungsbedingungen und welche Zugriffsrechte die jeweiligen Social Media-Apps fordern.

 

·        (Urheber-)Rechtsfragen: Dein Kind liebt es, seinen Lieblingssong oder -video auf Instagram, Insta & Co. zu posten? Aber Vorsicht: Man kann nicht einfach das Video Deines Stars oder anderer Leute veröffentlichen. Neben den Urheberrechtsfragen solltet Ihr auch bedenken, dass eigens erstellte und hochgeladene Clips Eurer Kids auf TikTok zum Beispiel ohne weiteres auch auf anderen Sozialen Medien geteilt werden können.

TIPP: Am besten veröffentlichen Eure Kids nur Bilder und Videos, die sie selbst erstellt haben.  Allerdings sollten die weder sie noch niemanden bloßstellen.

 

·        In-App Käufe:  Das ist vor allem bei TikTok ein großes Problem. Eure Kids können sich zwar kostenlos anmelden, aber auch schnell ihr Taschengeld ausgeben. Zum Beispiel für Spezialeffekte oder Schnäppchen innerhalb der App.  Auch berühmte Tiktoker lieben es, bei Live Events mit TikTok-Coins bezahlt zu werden.
TIPP: Eure Kinder sollten nicht vergessen, dass sie echtes Geld  ausgeben. Vereinbart Regeln, was passiert, wenn ungewollte Ausgaben entstehen.

 

·        Kontakte zu Unbekannten: „Neue Freundschaftsanfrage. Jippie! Aber wer ist das? Egal, er ist mit einem meiner Freunde bekannt. Wird schon richtig sein.“ So denken viele Kids und am Ende stellt sich heraus, dass auch der Freund die Anfrage einfach angenommen hat, ohne denjenigen zu kennen. Bedenkt auch, dass Euren Kindern auf Instagram und Tiktok einfach jeder folgen kann. Manche Nutzer melden sich nur an, um andere zu beleidigen oder belästigen. Sind die Standardeinstellungen nicht richtig angepasst, können Fremde ganz leicht Kontakt aufnehmen.

 

TIPP: Euer Nachwuchs sollte sich bei jeder Freundschaftsanfrage rückversichern oder die Anfrage einfach löschen, wenn er denjenigen nicht kennt. Anstößige Inhalte oder Hetzkampagnen sollten Eure Kids melden und den Nutzer blockieren.